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News

Walter Knoll & Mies van der Rohe

EINE MODERNISTISCHE FREUNDSCHAFT

Weißenhof

Bild oben: Hans Boettcher, Stadtarchiv Stuttgart Stuttgart, Germany

Stuttgart 1927. Als auf einem Hügel über der Stadt die Architektur der Moderne entsteht, kreuzen sich die Wege zweier ungewöhnlicher Männer: Walter Knoll und Ludwig Mies van der Rohe. Gemeinsam beginnen sie ihre Karrieren. Und eine Freundschaft

Über Nacht hat sich eine weiße Decke über Schwaben gelegt. Mies van der Rohe schaut aus dem Fenster, er mag den schillernden Schnee. Drinnen, im Büro, gibt es weniger Anlass zur Freude, dort warten die unzähligen Aufgaben eines leitenden Architekten. Die Brüder Max und Bruno Taut wollen wissen, wann sie ihre Häuser endlich errichten können. Der Baustadtrat, erfährt er, will plötzlich Autostraßen durch die Siedlung schneiden. Zu allem Überfluss drängelt die Sekretärin vom »Propagandabüro«: Wann Mies gedenke, das doch sehr kurze Vorwort für den Ausstellungskatalog endlich zu schreiben? »Menschenskind«, mag er gebrummt haben, »das braucht seine Zeit.«

So könnte ein Tag des Architekten Ludwig Mies van der Rohe ausgesehen haben, im Februar 1927 in Stuttgart. In fünf Monaten soll die Werkbundausstellung »Die Wohnung« eröffnet werden, am Killesberg, einem Hügel im Norden der Stadt. Mies van der Rohe hat die Besten der jungen europäischen Architekturszene nach Stuttgart geholt, darunter Walter Gropius, Hans Scharoun, die Brüder Taut und Le Corbusier. Die rund 30 Häuser der Weißenhofsiedlung sollen ein gemauertes Fanal für das Neue Bauen bilden. Noch steht keine einzige Wand. Stattdessen muss sich Mies mit Lokalpolitikern, Funktionären und Architekten herumärgern. Als er am Mittag sein Büro im südwestlichen Stadtteil Heslach verlässt, atmet er tief durch. Die Luft ist kristallklar, die Sonne gleißt. Er freut sich auf den halbstündigen Fußmarsch entlang des verschneiten Walds hinauf zur Hasenbergsteige. Dort will er einen Möbelfabrikanten treffen, einen Anhänger des modernen Wohnens. Dynamischer Mann, humorvoll ist er obendrein. Walter Knoll wird ihm guttun.

Über die Treffen von Mies van der Rohe und Walter Knoll ist leider wenig bekannt. Doch sie dürften sich gut verstanden haben. Beide liebten geometrische Formen. Beide blickten nach vorn. Die Werkbundausstellung verstanden sie als große Chance. Fünf Wohnungen hat Walter Knoll im Ausstellungshaus von Mies van der Rohe möbliert, mehr als jeder andere Hersteller. Wie verliefen ihre Begegnungen? Beide waren keine Kinder von Traurigkeit. Sogar ihre Lebenswege ähneln sich.

Mies van der Rohe

Bedächtig und visionär: Ludwig Mies van der Rohe, Stararchitekt und Ausstellungsleiter, gilt als ebenso genial wie feierfreudig. Bild: Mies van der Rohe: ullstein bild / ullstein bild via Getty Images

Walter Knoll

Mit Arbeitskittel und Ausgehkragen: Walter Knoll, hier als 32-Jähriger, hatte viele Talente – Möbelfabrikant und Markenvisionär, Unterhalter, Sänger und Tänzer

Beide Männer stammen aus frommen Handwerkerfamilien, der eine aus dem erzkatholischen Rheinland, der andere aus dem pietistischen Schwaben. Mies van der Rohe, mit dem bürgerlichen Namen Ludwig Mies, wächst in der Steinmetzwerkstatt seines Vaters in Aachen auf, schon der Großvater hat Marmor behauen. Walter Knolls Großvater war Schuster, der Vater lernte Gerber, bevor er in der Stuttgarter Innenstadt ein Ledergeschäft eröffnete. Die schulische Laufbahn endet früh, für Walter Knoll wie für Mies van der Rohe. Als junge Männer suchen sie das Weite. Dort entdecken sie ihre Talente, ihr Interesse für Kunst und Philosophie, und dort lernen sie ihre Frauen kennen.

Flexible Wände, vielseitige Möbel

Als Mies van der Rohe 1926 von Berlin nach Stuttgart zieht, ist er vierzig, Walter Knoll fünfzig Jahre alt. Der Architekt arbeitet im Stuttgarter Südwesten in einem bescheidenen Büro von Freunden – im Vorderhaus ein Lebensmittelladen, im Erdgeschoss ein Hühnerstall. Ganz in der Nähe lebt Walter Koll in der imposanten Villa Vollmöller. Sie gehörte Robert Vollmöller, einem der größten Trikotagefabrikanten der Welt. Walter Knoll hat dessen Tochter Maria geheiratet. Wahrscheinlich lädt er Mies van der Rohe dorthin ein. Und wahrscheinlich nimmt dieser mit Freuden an.

Die beiden Männer dürften ins Gespräch gekommen sein – über Architektur, Gestaltung, Handwerk, Kunst und die neue Bewegung der Moderne. »Der moderne Innenraum wird sich vom traditionellen Schema lösen. Wir bauen jetzt Möbel, die sich vielseitig verwenden lassen, ohne Rücksicht auf die übrige Ausstattung.« So formuliert Walter Knoll es im Gründungsprogramm seiner Firma. Zu den beiden Männern gesellt sich vielleicht Walter Knolls Freund und Schwager Karl Gustav Vollmöller, ein gefeierter Dichter, der gerade am Drehbuch für »Der blaue Engel« mit Marlene Dietrich schreibt.

Polstersessel

Moderne Beziehung: kantiger Polstersessel von Walter Knoll neben Freischwinger von Mies van der Rohe in einer seiner Wohnungen. Bild: Werner Gräff – Deutscher Werkbund (Hg.): Innenräume. Räume und Inneneinrichtungsgegenstände aus der Werkbundausstellung »Die Wohnung« – insbesondere aus den Bauten der städtischen Weißenhofsiedlung in Stuttgart, Stuttgart

Vielleicht ist auch Walters Schwägerin Mathilde zu Besuch, eine Malerin der Moderne, die bei Henri Matisse gelernt und später den Maler Hans Purrmann geheiratet hat, einen Expressionisten und ebenfalls Matisse-Schüler. Mies van der Rohe mag sich auf einem der geschwungenen Polsterstühle niedergelassen haben.

Ihm gefällt, was Walter Knoll sagt. Auch er sucht Vielseitigkeit und Variabilität. Die Wohnungen am Killesberg plant er mit offenem Grundriss; die Mieter sollen durch verschiebbare Raumteiler selbst entscheiden, ob sie eine Fläche zum Schlafen oder als Wohnzimmer oder kombiniert nutzen wollen. »Menschenskind, mach die Bude groß genug«, hat er kürzlich einem Kollegen geraten. »Da kannst du hin und her laufen und nicht nur in einer vorgezeichneten Bewegung. Wir wissen ja gar nicht, ob die Leute das so benutzen, wie wir es möchten.« Walter Knoll erzählt von seiner »Psychologie des Sitzens« – vom Einzelmöbel, das sich leicht umgruppieren lässt. Es erlaubt dem Nutzer, den Raum selbst zu gestalten.

Es war kein einfacher Weg hin zu diesem Konzept, hin zum eigenen Unternehmen. Ursprünglich sollte Walter Knoll das väterliche Ledergeschäft übernehmen. Doch er galt in den Augen seines Vaters als missraten: schlecht in der Schule, ging gerne aus, ein bisschen dandyhaft, tanzte und sang, immer für einen Scherz zu haben. Ein charmanter Taugenichts. Ganz anders der jüngere strebsame Bruder Willy, der ein glänzendes Abitur hinlegte und sich als perfekter Nachfolger empfahl. Eine Zeit lang versuchten die Brüder, den Betrieb gemeinsam zu leiten. Doch sie passten nicht zusammen.

Im Kreis von Künstlern und Denkern

Walter sucht sein Glück in den USA. Um 1900 lebt er dort für mehrere Jahre, probiert sich aus, arbeitet im Im- und Export, führt ein eigenes Unternehmen, lernt Englisch, Boxen, sogar Operngesang. Dann kehrt er zurück und verliebt sich in Maria Vollmöller. Ihr ist er bereits als Neunzehnjähriger über den Weg getanzt. Durch Maria und ihre Familie tut sich für Walter Knoll eine undogmatische Welt auf – sozial, liberal, modern. Der Vater ist befreundet mit Robert Bosch, mit Künstlern, Lebensreformern, Bankiers aus ganz Europa. Marias Geschwister malen und dichten, zitieren altgriechische Klassiker im Original, fahren Autorennen, tüfteln an Flugzeugen und drehen Filme.

Mies van der Rohe erlebt eine ähnliche Entwicklung, wenn auch weniger schillernd. Als Kind hilft er im väterlichen Steinmetzbetrieb, als fünfzehnjähriger Lehrling schleppt er auf Bau stellen Backsteine, dann arbeitet er bei einem Stuckateur. Ein Architekt entdeckt sein Zeichentalent und empfiehlt ihn einem Künstler in Berlin. Dort entwirft Mies seine ersten Möbel, bald darf er ein erstes Haus bauen. Der Bauherr, ein Philosophieprofessor, findet Gefallen an dem selbstbewussten Mann mit den markanten Gesichtszügen. Er weckt Mies’ Interesse an Kunst und Philosophie, lädt ihn zu abendlichen Gesellschaften in das frisch errichtete Haus. Dort trifft Mies Künstler, Sammler und Literaten, bald auch seine spätere Frau.

Récamiere

Schnörkellos: Récamiere von Walter Knoll mit geometrischer Formensprache im Weißenhofhaus von Hans Scharoun. Bild: Werner Gräff – Deutscher Werkbund (Hg.): Innenräume. Räume und Inneneinrichtungsgegenstände aus der Werkbundausstellung »Die Wohnung« – insbesondere aus den Bauten der städtischen Weißenhofsiedlung in Stuttgart, Stuttgart

So betreten beide Männer neue Welten, der eine in Stuttgart, der andere in Berlin. Sie lernen Künstler, Intellektuelle, Geschäftsleute und Mäzene kennen. Und finden, unabhängig von einander, ihre Bestimmung: als Katalysatoren der internationalen Moderne.

Wie russische Avantgardisten und holländische Konstruktivisten fordert auch Mies van der Rohe die Abschaffung des bloßen Zierrats: »Jede ästhetische Spekulation und jeden Formalismus lehnen wir ab.« Was er damit meint, zeigt er ab 1924. Die Inflation ist überstanden, die Goldenen Zwanziger beginnen, die Städte investieren in den Siedlungsbau. Architekten suchen für die neuen, lichtdurchfluteten Wohnungen moderne, leichte Möbel. Walter Knolls Unternehmensstart 1925 kommt goldrichtig. Er lässt ein schlichtes Fabrikgebäude mit großen Fenstern in Stuttgart-Feuerbach errichten. 1926 verkaufen bereits Fachhändler in dreißig deutschen Städten seine Möbel, dazu drei Geschäfte in der Schweiz. Der Umsatz verdoppelt sich binnen zwei Jahren auf knapp eine halbe Million Mark. Zufälligerweise liegt die Fabrik zu Füßen des Killesbergs, jener Anhöhe, auf der die Kommune die Weißenhofsiedlung baut.

Wahrscheinlich lässt sich Mies van der Rohe in der jungen Fabrik den einen oder anderen Prototyp vorführen. Anschließend, dürfen wir uns vorstellen, erklimmen die beiden den Killesberg, um die Bauarbeiten zu besichtigen. Frühjahr 1927: Der Schnee ist längst geschmolzen, auf den Hängen blühen Wildblumen, Gräser und Obstbäume. Ein fantastischer Blick. Nach Süden reicht er über die Innenstadt in ihrem Kessel, nach Osten in die Biegung des Neckartals. Mittendrin stehen die beiden Männer im Matsch.

Im März erfolgen endlich die ersten Spatenstiche, der Eröffnungstermin wurde nach hinten verschoben. Mies van der Rohe, der rheinische Dickschädel, wie ihn manche nennen, lässt sich nicht beirren. Er sei künstlerischer Leiter, sagt er. Für die Termine sei der Bauleiter verantwortlich. Der treibt Maurer, Dachdecker und Poliere an, die erstaunlich gut mit den neuen Materialien zurechtkommen – Stahlbeton und Hohlblocksteinen, Drahtziegeln, Gipsplatten und Sperrholz.

Die Siedlung ist ein Experiment. Architekten aus Deutschland, Holland, Frankreich, Belgien und der Schweiz sind gekommen, um nicht nur Formen auszuprobieren, sondern auch Baustoffe und Statik. Allen voran ein schlaksiger Mann mit Hornbrille. Während er auf Mies zugeht, gestikuliert er wild mit seiner Pfeife. Le Corbusier wagt den wohl kühnsten Entwurf.

Günstig sollen die Wohnungen werden, die Dächer flach und die Fassaden schneeweiß, fordert Mies van der Rohe. Doch Le Corbusier besteht auf knallroten, blauen und lindgrünen Rechtecken. Innen durchbricht er die Decke zugunsten einer Maisonettewohnung mit durchgehendem Fenster und Galerie. Mies’ Einwände kontert er mit dem Hinweis, er sei Künstler. Nicht umsonst hat er sich einen Künstlernamen zugelegt; er hieß mal Charles-Édouard Jeanneret. Ebenso Ludwig Mies: »Rohe« hat er dem Geburtsnamen seiner Mutter entliehen, die Verbindung »van der« erfunden.

Chaiselongue

Extravagantes Exponat: Chaiselongue von Walter Knoll, organisch gerundet mit ungewöhnlich starker Steppung, im Ausstellungshaus von Adolf Rading.
Bild: Werner Gräff – Deutscher Werkbund (Hg.): Innenräume. Räume und Inneneinrichtungsgegenstände aus der Werkbundausstellung »Die Wohnung« – insbesondere aus den Bauten der städtischen Weißenhofsiedlung in Stuttgart, Stuttgart

Streifzüge in der Nacht

Nach und nach lernt Walter Knoll die Architekten auf dem Killesberg kennen, diskutiert über geometrische Reduktion, neue, elastische Stahlkonstruktionen. Lassen sich diese vielleicht auf die Architektur eines Möbels übertragen? Vier weitere Architekten werden ihre Häuser von Walter Knoll möblieren lassen: Ludwig Hilberseimer, Adolf Rading, Adolf Schneck und Hans Scharoun.

Stuttgart ist im Aufbruch. Durch die Straßen hupen immer mehr Autos, bimmeln elektrische Straßenbahnen. Warenhäuser eröffnen, Dutzende Tageszeitungen hängen an den Kiosken, nachts locken Varietés. Ein bisschen wie Berlin, nur kleiner. Walter Knoll führt bestimmt einige Architekten aus.

Vielleicht besucht er mit Mies van der Rohe das Excelsior, wo aufgekratzte Menschen Foxtrott und Charleston tanzen und Joachim Ringelnatz im Matrosenanzug anstößige Gedichte rezitiert. Nahebei, im Friedrichsbau, tritt die Tänzerin Josephine Baker im Bananenröckchen auf.

Auf ihren Streifzügen passieren die Männer Baustellen einer neuen Zeit. In der Eberhardstraße entsteht das Kaufhaus Schocken von Erich Mendelsohn – die gerundete Glasfassade wird ein Schaufenster des Neuen Bauens. Gegenüber wächst der achtzehnstöckige Turm des Tagblatts, das erste Stahlbetonhochhaus Deutschlands. Walter Knoll erzählt, wie ihn die Wolkenkratzer in Manhattan beeindruckt haben. Mies van der Rohe verweist auf seinen zwanzigstöckigen Entwurf für die Berliner Friedrichstraße, mit durchgehendem Glasvorhang.

Ein paar Ecken weiter entsteht ein Stein des Anstoßes: der neue Hauptbahnhof von Paul Bonatz. Bonatz und konservative Kollegen wettern gegen das Projekt Weißenhof. Die Anlage sei »unsachlich«, »formalistisch«, »dilettantisch«.

Mies van der Rohe dürfte solche Kritik nahegehen, denn er ist sich des neuen Wegs nicht sicher. In Artikeln gibt er sich als Rebell, schreibt gegen »sinnlosen Formenwust« und begrüßt das »mechanistische Zeitalter«. Doch in Wahrheit fährt er zweigleisig. Von seinen vierzehn bisher verwirklichten Projekten hat er die meisten für vermögende Bauherren im traditionellen Stil mit Giebeldach und Fensterläden gebaut.

Die Ausstellung wird am 23. Juli 1927 eröffnet – und ist ein voller Erfolg. In nur zweieinhalb Monaten kommen 500.000 Menschen aus ganz Europa. Den Karrieren der beiden Männer gibt die Siedlung einen entscheidenden Schwung. Walter Knoll konstruiert als Nächstes den Sessel Prodomo, bei dem federnde Stahlbänder die Polsterung verschlanken. Eine Idee, die er sich patentieren lässt: Die innovativen Sessel gelten als die ersten modern gefertigten Polstermöbel. 1929 wird er damit die »Do X« einrichten, das damals größte Flugzeug der Welt mit zwölf Triebwerken, sowie die »Bremen«, den seinerzeit modernsten Passagierdampfer. Mies van der Rohe feiert im selben Jahr Erfolge auf der Weltausstellung in Barcelona – der kubische Glaspavillon mit schlanken Ledersesseln wird zur Ikone der Moderne.

Heute, gut neunzig Jahre nach der Zusammenarbeit in Stuttgart, kreuzen sich die Wege der beiden Männer erneut. Nicht mehr persönlich. Doch das Unternehmen Walter Knoll sorgt dafür, dass Mies van der Rohes Konzept vom fließenden Raum wieder auflebt in Möbeln wie The Farns und Living Landscape 755. Was für eine Freundschaft!


ZUKUNFT AM WEISSENHOF

Über den Dächern von Stuttgart wird seit mehr als neunzig Jahren das Wohnen erforscht. Mit Möbeln von Walter Knoll

B10

Klar konturiert und großzügig verglast, energetisch spitze und edel möbliert: Aktivhaus B 10. Bild: Zooey Braun, Stuttgart, Germany

B10

Behagliche Zukunft: Sessel Bao, Teppich Bahari, Oota Table. Hinten wartet der Elektro-Smart. Bild: Zooey Braun, Stuttgart, Germany

Stuttgart, Bruckmannweg 10: Gegenüber dem Gebäude von Mies van der Rohe steht neuerdings das erste Aktivhaus der Welt, genannt B 10. Es produziert fast doppelt so viel Energie, wie es verbraucht. Sein Inneres belegt, dass revolutionär fortschrittliche Architektur behaglich sein kann – dank Möbeln von Walter Knoll. Mit der Einrichtung von B 10 kehrt das Unternehmen zurück an den Weißenhof: 1927 hat Walter Knoll neun Musterwohnungen ausgestattet; heute ist es wieder erste Wahl bei führenden Konstrukteuren.

Der Stuttgarter Architekt Werner Sobek baut mit modulartigen Bungalows geometrisch schön, lichtdurchflutet, günstig und umweltfreundlich. B 10 wurde industriell vorgefertigt und in nur zwei Tagen per Kran aufgestellt. Die vordere Längsseite ist verglast mit drei vakuumisolierenden Schichten. Die 85 Quadratmeter dienen ebenso als behagliches Büro wie als moderne Wohnung. Dafür sorgen Möbel von Walter Knoll: Sessel Bao, Teppich Bahari aus der Kollektion Legends of Carpets, Oota Table und die Stühle Liz. Für den übrigen Komfort sorgt Technik. Eine Fotovoltaikanlage liefert Energie für Heizung, Dusche, Licht, einen E-Smart, zwei E-Bikes und das Museum im Le-Corbusier-Haus nebenan. Ein Computer, erreichbar über Tablet und Smartphone, lenkt Strom und Luft. B 10 ist transportabel. Und recycelbar: Holz, Glas, Aluminium, die textile Bespannung der Fassade – am Ende lässt sich alles sortenrein trennen.

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Bungalow, Garage, Büro und Wohnraum – multifunktional mit Stühlen Liz und Lox Table. Bild: Zooey Braun, Stuttgart, Germany

Text: Carsten Jasner

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